Korbflechten

 

 Durch gezielte Projekte soll eine alte Romakultur wiederbelebt werden- Das Korbflechten. Phurdo Salzburg kooperiert etwa mit der FH Campus Kuchl im Bereich Produktmanagment und hat Teile des Korbflechtens als Empowerment im ESF Projekt.

 

 

Korbflechter Workshop am Campus Kuchl

 

Ausgangssituation

In Salzburg betteln einige Roma, deren handwerkliche Fertigkeiten als Korbflechter nicht mehr am Arbeitsmarkt in Osteuropa nachgefragt werden. Sie finden in ihren Herkunftsländern für ihre Korbwaren keinen Absatzmarkt mehr und auch keinen alternativen Arbeitsplatz. Im Dezember 2015 gab es daher am Campus Kuchl einen als Pilotprojekt konzipierten Korbflechterworkshop, zu dem Phurdo und aus Rumänien stammende Korbflechter, die derzeit in Salzburg betteln, eingeladen waren. Es handelte sich um ein Pilotprojekt der Abteilungen „Produktdesign“ (Verantworlicher: Michael Leube) und „Materialforschung“ (Verantwortlicher: Michael Ebner), um den internationalen Studierenden des Fachbereichs die Handwerkstechnik des Korbflechtens näher zu bringen. Anwesend waren auch Handwerker aus Spanien und der Türkei.

 

Unsere Weiden- Professoren unterstützen die Studierenden bei der Designentwicklung und der Flechttechnik wobei sie ökologische Materialen verwenden.Die Studierenden entwarfen gemeinsam mit den Korbflechtern Modelle, die zu Korb-Produkten (Möbel, Alltagsgegenstände, Sichtschutz) weiterentwickelt und vermarktet werden könnten. Die Roma waren in der Rolle der Lehrenden und erhielten nach Abschluss des einwöchigen Workshops Zertifikate als „Professoren für Weidenflechttechnik“ sowie ein Gastprofessoren-Honorar.

 

Es werden zukünftig Workshops in das Projekt "Flechten und Flüchten"  eingegliedert.

 

Ähnlich wie den Korbflechtern geht es allen Roma, die über handwerkliche und handarbeiterische Fertigkeiten verfügen, mit denen man Haushaltswaren herstellen kann. Das Anknüpfen an die alte Tradition des Handwerks ist für die Roma nicht nur wirtschaftlich von Bedeutung, sondern auch historisch. Roma haben in der Vergangenheit den ländlichen Raum Europas mit ihren Produkten versorgt. Besonderes Augenmerk gilt in diesem Projekt jedoch jenen Roma, die Korbwaren hergestellt haben. Sie haben ihre Kenntnisse non-formal durch intergenerationale Weitergabe des handwerklichen Könnens erworben und haben keinen Lehrabschluss.

 

 

 

 

 

72 Stunden ohne Kompromiss

 

 Im Oktober 2016 hat Phurdo in Zusammenarbeit mit dem Projekt "72 Stunden ohne Kompromiss" ein Korbflechterworkshop und eine Versteigerung der Körbe mit einigen notreisenden Roma stattgefunden.

Korbflechten mit Notreisenden.

 

Notreisende in der Stadt Salzburg haben oft das traditionelle Handwerk des Korbflechtens gelernt - eine Fertigkeit, die heute leider in ihren Heimatländern kaum mehr gefragt ist. Notreisende arbeiten mit Jugendlichenein gemeinsam, um ihnen das Korbflechten beizubringen. Die fertigen Werke wurden verkauft und das Geld den Kursleitern/-leiterinnen zur Verfügung gestellt.

 

Dieses Projekt wird dankenswerterweise von unserer Projektpatin Nicolette Segur-Cabanac unterstützt!

HERZLICHEN DANK!