PORAJMOS

(Holocaust)

 

Das Festival "Europa der Muttersprachen 2016" berichtete über die Geschichte und die Geschichten von Roma und Sinti in Ausstellungen, Diskussionen, Literatur, Filmen und Musik.

Das Literaturhaus Festival „Europa der Muttersprachen“ widmete sich 2016 dem Porajmos (Verfolgung der Roma uns Sinti) und der Volksgruppe Roma uns Sinti allgemein.

 

Roma sind jene 10 bis 12 Millionen europäische Menschen, die seit rund 700 Jahren in Europa in keinem eigenen Land leben. Aufgeteilt auf unterschiedliche Länder bilden sie keine geschlossene Gemeinschaft sondern sind stets Minderheiten, geprägt von der jeweiligen Gesellschaft, deren Teil sie sind. Gemeinsam sind Roma und Sinti die indische Herkunft und oftmals die Sprache Romanes bzw. Romanipen, ein Kodex sowie ihre jahrhundertlange Ausgrenzung, Diskriminierung und Verfolgung.

Im Nationalsozialismus wurden „Zigeuner“ –ein abzulehnender Fremdbegriff deportiert

und ermordet. Der rassistische Völkermord hat hunderttausende Menschenleben verschlungen. Wiedergutmachung gab es kaum oder spät, bei Opferentschädigungen wurden Roma und Sinti meist übergangen. Und obwohl in Österreich seit 1993 als Volksgruppe mit eigener Minderheitensprache anerkannt, werden die ca. 40.000 Roma und Sinti bis heute marginalisiert.

 

Die Lage der Roma und Sinti in Europa ist oft prekär und erschütternd schlecht. Gleichzeitig verbinden viele mit Roma und Sinti Lebensfreude, Musik, Tanz etc. –und doch werden sie auf diese Weise auch exotisiert und klischeehaft mit bestimmten Verhaltensweisen belegt.

 

Beim Festival Europa der Muttersprachen 2016 spüren wir jenseits vorhandener Klischees

ihrer Geschichte und ihren Geschichten nach in Ausstellungen, Diskussionen, Literatur, Filmen und Musik.

 

Text:

Tomas Friedmann,

Leiter des Salzburger Literaturhauses und Erfinder des Festivals „Europa der Muttersprachen“, das sich seit 1995 jährlich mit Literatur und Kultur einer europäischen Sprache beschäftigt.

 

 

Phurdo kooperierte in 2 Projekten:

 

Beim Erinnern vergessen

 

Ausstellungen zur leidvollen Geschichte der Roma am Balkan und im Burgenland

Midissage: Montag, 11. April, mit Beiträgen von Bajram Haliti (Präsident der internationalen Roma-Union, Belgrad) sowie von Martin Horvath, Julius Horvath, Paul Horvath und Emmerich Gärtner Horvath (Oberwart/Burgenland)

Die Schau „Die Hölle von Jasenovac”  thematisiert auf zwölf Bild- Text- Tafeln den Genozid auf Roma, Juden und Slawische Völker auf dem Balkan. Die audio- visuelle Zeitzeugen- Dokumentation „Auf den Spuren der Vergangenheit“ erzählt in 10 Stationen Lebensgeschichten burgenländischer Roma.

 

Podiumsdiskussion „Kultur und Kunst der Roma“

 

Anschließendes Fest mit traditionellen Roma- Gerichten und Live- Tanzmusik.

Koperationsveranstaltung von Phurdo Salzburg Zentrum Roma-Sinti und ARGEkultur Salzburg mit Unterstützung des Literaturhauses Salzburg